Kapitel 1: Ein Fest mit Hindernissen

 
Keidan nickt zustimmend. "Wir haben sehr wichtige Informationen gewonnen. Und die Heiltränke sind bestimmt sehr hilfreich. Obwohl, es wäre ja besser wenn wir sie garnicht erst brauchen würden. Also gut, dann sollten wir unsere Sachen packen und gut überlegen, was wir so alles brauchen. Außer Verpflegung und so meine ich."

Allean nickt zum Dank in Skarael's Richtung.

Als sich die Besucher beginnen, wieder aus dem Zimmer zu gehen, bleibt der Priester Desna's einen Moment länger bevor auch er das Krankenzimmer verlässt.

Zanthus führt die drei jungen Männer und den Sheriff zügig durch den vermeintlichen Wirrwarr des Haus der Heilung und wenig später erreicht die Gruppe wieder die Eingangshalle.

"Bitte wartet einen Augenblick; ich werde euch die Tränke bringen lassen."
Zanthus kreuzt seine Handgelenke vor der Brust und neigt sein Haupt. "Mögen die Sterne über eure Pfade wachen und euch sicher und unbeschadet zurückkehren lassen." Der Priester verbleibt einige Augenblicke in dieser Position bevor er den Kopf hebt, den vier Männern zunickt und sich entfernt.

Einige Minuten vergehen, bevor eine junge Akolythin durch eine Seitentüre die Halle betritt und zielstrebig auf die Gruppe zugeht, eine kleine, schlichte Holzschatulle in den Händen. Mit einem scheuen Lächeln auf den Lippen nickt die junge Frau zum Gruss, bevor sie mit dem Kommentar, dass dies die von Frater Zanthus versprochenen Tränke seinen, die Schatulle überreicht.

Nach der Befragung des Überlebenden Wächters verbrachten Keidan, Skarael und Erick-Lanliss den Rest des Nachmittages damit, Ausrüstung für ihren Vorstoss in die Sümpfe zusammenzutragen.

19:24, Rostiger Drache
Wie vereinbart treffen sich die drei jungen Männer am Abend erneut in Ameiko's Taverne. Zum einen, um das Vorgehen des folgenden Tages zu besprechen, zum anderen in der vagen Hoffnung, dass es der Tian tatsächlich gelang, eine Karte des Sumpfes aufzutreiben.

Das Gasthaus ist ziemlich leer; die meisten der Essensgäste haben ihr Mahl bereits beendet und das Gasthaus verlassen, während jene, die Unterhaltung suchen, noch nicht erschienen sind, wohl wissend, dass diese erst später beginnen wird.
Und in der Tat sitzen drei Musiker an einem mit Speisen reichlich gedeckten Tisch und haben offenbar ihr Abendmahl gerade erst begonnen.
So bereitet es den drei jungen Männer keinerlei Probleme, einen freien Tisch zu finden.

Kaum haben sie sich gesetzt, wird ihnen - unaufgefordert - eine Platte mit gebratenen Nudeln von Anaa gebracht. Auf ihre überraschten Blicke hin zwinkert die junge Frau ihnen den drei Männern zu und meint, dass Ameiko ihr aufgetragen habe, ihnen Speis und Trank zu bringen während sie auf die Besitzerin warten.
Bunte Gemüse- und saftige Schinkenwürfel dürften ebenso zum Geschmack des Mahles beitragen wie die dicke, dunkle Sauce, welche die Nudeln überzieht. Nachdem Anaa nach den Getränkewünschen gefragt hat, eilt sie davon, um das gewünschte zu hohlen - und vermutlich auch, um Ameiko über die Ankunft der drei zu informieren.

Keidan hat das Maultier draußen vor dem Gasthaus angebunden zurückgelassen und ist eigentlich ganz froh jetzt erst einmal eine leckere Mahlzeit zu sich nehmen zu können. Immerhin dürfte seine Kost in den nächsten Tagen ausschließlich aus den haltbaren und nahrhaften, aber leider wenig schmackhaften Rationen bestehen, die er zusammen mit dem Maultier und den Packtaschen erstanden hat.

Zudem hat ihn der Händler umsichtigerweise auch darauf hingewiesen zumindes etwas Futter für das Maultier mitzunehmen.

"Ich habe sicherheitshalber mal Verpflegung für 10 Tage besorgt. Wir wissen ja noch garnicht wie lang der Weg überhaupt ist und wie schnell wir vorankommen werden. Was ist mit Euch?" fragt er denn auch seine Kameraden als er sich über seine Portion Nudeln hermacht.

Skarael

Genau wie Keidan genießt Skarael das gute Essen ausgiebig und scheint insgesamt in bester Stimmung zu sein.

"Nun", fängt Skarael mit vollem Mund unverständlich an und schluckt erst dann herunter, "ich habe keine Verpflegung für ganze 10 Tage besorgt - sollten wir tatsächlich so lange unterwegs sein, dass uns das Dörrbrot ausgeht, kann man mit Sicherheit immer noch etwas jagen oder sammeln - aber ich habe das hier erstanden."

Mit einer Mischung aus Stolz und Skepsis zieht er eine Schutzbrille hervor, deren Gläser geschwärzt zu sein scheinen. "Wäre ich ein Alchemiker, würde das Ding wie die Faust aufs Auge passen, nicht wahr?" Der lahme Witz wird durch Skaraels Grinsen nur wenig verbessert, doch er ist anscheinend noch nicht fertig. Er räuspert sich kurz und Unable to find the game forum.

"Man kann nie vorsichtig genug sein, junger Mann! Die Götter waren so gnädig, dir zwei Augen zu schenken, so pass gut auf sie auf, denn andere wirst du in diesem Leben nicht mehr bekommen... außer vielleicht durch finstere Magie. Du bist doch kein Magier, oder? Bleib bloß auf dem rechten Pfad, Junge - bei göttlicher Magie weiß man zumindest, wer am anderen Ende antwortet, aber ich habe noch keinen naseweißen Zauberer gesehen, der mir wirklich sagen konnte, woher denn diese arkane Magie wirklich kommen soll. Gefährlich sage ich dir, gefährlich! Was uns zu deinen Augen zurückbringt. Und dieser Schutzbrille. Angeblich schützt sie sogar vor dem Blick einer Medusa, aber das habe ich noch nie ausprobiert, ich reise nicht mehr so viel in die Wildnis... in meinem Alter kann das schnell ins Auge gehen, nicht wahr? Hehehe..."

Skarael nimmt einen Löffel voll Essen und blickt mit Schalk in den Augen zu den anderen, bevor er fortfährt.
"Der Gute hat noch eine ganze Weile so geredet, aber dass sollte euch eine Idee von ihm geben. Ihr habt ihn vielleicht schonmal gesehen, der alte Gnom mit dem mobilen Marktstand, der aussieht als wäre er aus einem explodierten Golem gebaut worden. Aber nun, außer dieser - wie ich finde - sehr unterhaltsamen Brille habe ich mir eine neue Armbrust und ein paar Wanderutensilien gekauft."

"Magier," murmelt der Aasimar noch halblaut, bevor er sich den nächsten Löffel einverleibt. "Wenn der wüsste..."

Erlis ist diesmal allein im Rostigen Drachen erschienen von J'chai fehlt jede Spur.

"Diese Händler - einmal wollte mir einer doch wirklich eine Leine für J'chai andrehen!"

Er hofft, den anderen am Tisch nicht erklären zu müssen, wie absurd und potentiel schmerzhaft - die Idee ist, J'chai an die Leine nehmen zu wollen.

"Ich habe auch ein bisschen Verpflegung gekauft. Und einen zusätzlichen Wasserschlauch. Und ein kleines Zelt. Ist auf dem Maultier da draußen noch Platz?"

Abermals guckt er sich in der Hoffnung um, Ameiko mit der Karte nahen zu sehen. Er kann es kaum noch erwarten, endlich in den Sumpf aufzubrechen.

Keidan laechelt als er Erlis antwortet "Das Maultier kann wohl noch was tragen. Ich habe allerdings ein 2-Mann-Zelt gekauft. Das war billiger als 2 1-Mann-Zelte. Immerhin war das immer noch teuer genug. Aber sei's drum, was tut man nicht alles fuer die Gemeinschaft."

Doch dann greift Keidan nochmal auf was Skarael gerade gesagt hat und gibt seine eigenen Gedanken zu dem Thema zum besten.

"Ich kann nicht beurteilen wie gefaehrlich die Kunst der Alchemie ist, davon verstehe ich nichts. Aber Vorsicht ist allemal besser als Nachsicht. Und Vorbeugen besser als Heilen. Allerdings wage ich zu bezweifeln das etwas gefaerbtes Glas Magie aufhalten kann. Bei meiner 'Magie' weis ich zumindest woher sie kommt: Von den Elementen selber, oder genauer gesagt, von der Erde. Es mag jeder selber spekulieren warum die Elemente sich Menschen oder andere aussuchen, die sie auf dieser Welt vertreten sollen. Aber vielleicht ist es ja gerade weil hier alle Elemente zusammenfliessen, das ein jedes seinen Einfluss hier wahren will. Jedenfalls ist sie ein Geschenk. Aber ein Geschenk verbunden mit einer gewissen Verpflichtung. Wobei das dann vielleicht schon wieder nicht ganz ein Geschenk ist."

"Nun ja, Vorraete haben wir nun. Wenn wir noch eine Karte bekommen haben wir jedenfalls einen guten Start."

Skarael

Der Aasimar überlegt kurz bei Erlis' Erwähnung einer Leine, wie genau das wohl gemeint war - anscheinend hat es damit etwas Besonderes auf sich. Er beschließt das Thema noch einmal aufzugreifen, wenn die Tore von Sandpoint hinter ihnen liegen würden.

Zu Keidan gewandt setzt er eine leicht säuerliche Miene auf.
"Ein Geschenk? Nun ja, also ich hätte es gerne zurückgegeben, wenn es in meiner Macht liegen würde. Meine Herkunft und meine Gabe haben mir nicht nur einmal das Leben schwer gemacht, ohne dass ich von den Geistern der Natur oder den Legenden der Vorfahren je Einblicke bekommen hätte, warum mir dieses Los zuteil wurde."

Skarael schiebt den leeren Teller weiter auf den Tisch, lehnt sich zurück und streicht sich unwirsch durch die Haare. Dann hellt sich seine Miene wieder auf. "Aber gut, es hat auch seine Vorteile, über arkane Energien zu gebieten." Mit einem Schulterblick vergewissert er sich, dass zumindest zwei oder drei Leute in ihre Richtung schauen. Dann zwinkert er seinen Kumpanen zu und hebt seine beiden Hände etwa halb hoch, den rechten Zeigefinger auf den linken Handteller gerichtet. "Denn sonst könnte ich dass hier nicht machen..."

Eine lange, gewundene Linie inmitten der Tattoos auf Skaraels rechtem Arm leuchtet kurz auf und eine kleine, grünliche Kugel bildet sich aus dem Nichts vor Skaraels Zeigefinger. Sie schwebt für einen Augenblick leise zischend und blubbernd in der Luft, bevor sie wie von einem Bogen geschossen auf den linken Handteller zurast. Sie platzt schäumend auf die Haut und verteilt einen Hauch von Säuregeruch, bevor sie ihre Konsistenz verliert und schließlich verschwindet. Skarael macht die Angelegenheit anscheinend
Skarael wirkt Acid Splash (1d3 Säureschaden), hat als Aasimar aber Resistenz 5 gegen Säure
nichts aus.

"Sehr gut um das hübsche Geschlecht zu beeindrucken," schiebt der Aasimar grinsend hinterher. "Wenn sie dann nicht bereits weggelaufen sind. Aber wo wir beim Thema schönes Geschlecht und Weglaufen sind, habt ihr Ameiko schon gesehen? Ich hoffe sie konnte die Karte auftreiben."

"Na, vor uns wird sie bestimmt nicht fliehen." sagt Keidan mit einem Schmunzeln.

Das Skarael ob seiner Abstammung selber ein wenig Macht ueber die Elemente hat wusste er zwar, so drastisch hatte er das allerdings noch nicht vorgefuehrt bekommen.

"Wenn Euch Saeure nicht verletzt, dann habt Ihr gute Voraussetzungen um den Beruf des Alchemisten zu ergreifen. Allerdings wuerde man wohl einwerfen muessen, dass Eure Unverwundbarkeit auch zur Nachlaessigkeit verleiten koennte."

"Sei's drum, ich teile Eure Hoffnung das Ameiko eine Karte besorgen konnte."

19:47

Nur noch wenige Krümmel zeugen von dem schmackhaften Nachtessen und die drei jungen Männer werden langsam ungeduldig, als Ameiko sich zu ihnen gesellt.
Sie schenkt den drei Männern ein Lächeln, bevor sie ein Stück Pergament aus einer ledernen Röhre zieht und auf dem Tisch legt. Die Tian streicht die Karte glatt und - als sie sich wieder aufzurollen beginnt - beschwert die Ecken unzeremoniös mit Tellern und Gläsern.

"Es hat mich einiges an Überredung gekostet, aber... hier."
Die Karte wurde von geübter Hand gefertigt. Die Tuschelinien sind klar und deutlich und die grüne und blaue Colorierung überrascht strahlend, wenn man bedenkt, dass es sie mit Kreidestaub erfolgte.

"Es gibt drei Wege," beginnt Ameiko. Ein Finger der Tian fährt über die Karte und verdeutlicht, wovon sie spricht. "die in und durch den Salzstump Sumpf führen; den neuen Fischerpfad,
1
hier. Dieser sollte eigentlich passierbar sein, denn einige Fischer, die auf die Fische aus Sog's Bucht schwören, benutzen ihn regelmässig.
Ihr solltet diesen Pfad wählen, denn er ist ausserdem der kürzeste Weg zu
A
Walthus' Hütte.
Der
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Alte Fischerpfad führt hier durch den Sumpf und theoretisch
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hier auch wieder heraus. Der wird aber seit langem nicht mehr benutzt; näher an der Bucht sind die Fische nicht nur zahlreicher sondern auch von schmackhafterer Art - und wer nicht auf Schlammspringer verzichten kann, fischt diese dort wo der Fluss aus dem Sumpf fliesst.
Der dritte Pfad
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hier führt angeblich"
Ameiko's Miene verfinstert sich und die Tian senkt - vermutlich unwillkürlich - die Stimme "zur Sumpfhexe, der Alten Megus.
Falls Walthus euch nicht weiterhelfen kann, wäre ein Besuch bei ihr eine Option - falls ihr es wagt. Ihre Hütte müsste irgendwo
B
hier sein."


Die Tian schüttelt den Kopf und das Lächeln kehrt wieder auf ihr Gesicht zurück. "Viel mehr kann ich euch auch nicht mehr sagen - ausser: Haltet die Augen offen, seid vorsichtig und lasst euch nicht vom Flussmonster fressen.
Esst, trinkt: Ihr seid eingeladen; ich kann leider nicht mit euch plaudern..."
Ohne wirklich auf eine Antwort zu warten dreht sich die Tian um und beginnt, raschen Schrittes wieder wegzugehen; Ameiko scheint ein Abendmensch zu sein, den sie ist einiges energischer und aktiver als sie es noch zu Mittag war.

Während die drei jungen Männer die Karte in Augenschein nehmen, tritt ein vierter junger Mann an sie heran: Harkos.

Der ehemalige Milizionär druckst ein wenig herum, bevor er mit der Sprache rausrückt. "Ich weiss, es war unfein von mir, einfach zu verschwinden. Ohne ein Wort oder eine Erklärung und so, aber... falls ihr Hilfe benötigt... würde ich jetzt doch gerne mitkommen...
Falls ihr dass erst unter euch besprechen wollt, ich warte dort drüben. "




 

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