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Kapitel 1: Ein Fest mit Hindernissen

 
Skarael

"Meint ihr?" Skarael runzelt die Stirn ungläubig. "Ich kenne auch nur die üblichen Geschichten, aber Ameiko und Sandru haben ja auch angeblich schon einiges an Aufregung hinter sich, gegenüber den Goblins sollten die sich sicher behaupten können..." Sein Blick wander wieder zur Küche, wo Ameiko verschwunden war. "Doch das Kirschblütenfest klingt nach einem triftigen Grund, ich weiß von ein paar anderen Leuten die ebenfalls sehr verlegen um Lieferungen aus Magnimar sind."

Skaraels linker Arm, an dem bisher ein stilisiertes Tattoo eines Tieres zu sehen war, spannt sich auf einmal kurz an und mit einem leise ziehenden Geräusch materialisiert sich ein
kleiner, zweibeiniger Dinosaurier in einer fließenden Bewegung. Skarael schüttelt den Arm danach einmal als wenn er eingeschlafen wäre, und das Tattoo ist verschwunden. Der Dinosaurer steht stattdessen für einen Moment auf dem Tisch und betrachtet die drei Männer mit schiefgelegtem Kopf, fiepst einmal kurz, und hüpft dann behende auf den Boden um sich mit J'chai mit einem fragenden Gurren zu nähern.

"Kzirr, nicht wieder herumrennen und Leute anbetteln... " murmelt Skarael verlegen. Er schaut Erlis an.
"Verzeiht wenn ich J'chai als Tier bezeichnet habe, ich wollte nicht abwertend sein. Mein eigener Begleiter ist... nun ja, nach wie vor ein Tier glaube ich. Wenn auch ein sehr schlaues und sehr anstrengendes." Er kratzt sich verlegen am Kopf.

Harkos Kirai

Er scheint ein wenig irritiert, doch nicht groß beunruhigt über die tierischen Begleiter zu sein, hat man diese doch schon zu anderer Gelegenheit in der Stadt gesehen.
"Ich denke schon, dass es um die Goblinplage ging bei diesem Streit. Der Sheriff sieht sich bestimmt in seiner Autorität angegriffen und was mich angeht ist er wohl kaum glücklich darüber, dass ich erst vor kurzem meinen Dienst in der Miliz quittiert habe." Mit einem Seufzen fügt er hinzu "War es mir doch ein wenig zu langweilig geworden. Tja, so schnell kann sich das ändern."

Skarael

"Ihr seid nicht mehr bei der Miliz, weil euch zu langweilig wurde?" Skarael muss unwillkürlich ein wenig schmunzeln. "Das ist schon eine gewisse Ironie, wenn man bedenkt dass allerorts von Goblins geredet wird. Ihr habt doch bestimmt von dem armen Kerl gehört, der mit Verbrennungen niederliegt? Angeblich haben die Gob's vom Krötenleckerstamm ja eine Art Feuermagie ausgeheckt. Und dann noch das Kopfgeld, dass es jetzt wieder gibt..."

Während er diese Dinge laut ausspricht, wird Skarael erst richtig bewusst wie verlockend der Gedanke an ein Abenteuer momentan erscheint. Die letzten Wochen, ja fast Monate, waren für ihn sehr ruhig gewesen. Auch wenn er es genießt, täglich mit verschiedensten Leuten zu tun zu haben, verspürt er plötzlich eine Art Fernweh. Vielleicht sogar eine Reise zu seinem Stamm? Er hatte die Shundar-Quah lange nicht mehr gesehen.

"Ich werde Ameiko gleich mal fragen was da los war," sagt Skarael als wenn er sich selbst überzeugen wolle das auch wirklich zu tun. "Vielleicht gibt es ja eine Gelegenheit, die Langeweile zu vertreiben?" Er wirft Harkos einen schelmischen Seitenblick zu.

Harkos Kirai

Trotz der trüben Stimmung kann der junge Mann ein Lächeln nicht unterdrücken. "Ich glaube die ersten Gerüchte über die Goblinplage kamen eine knappe Woche nach meinem Dienstende auf. Die Langeweile zu vertrieben und dabei ein wenig Geld zu verdienen wäre nicht das schlechteste will ich meinen."

"Anstrengend ... also, anstrengend kann J'chai auch sein." sagt Erlis und fährt sich mit der Hand über die magische Rune, die auf seiner Stirn leuchtet, seit er sein Eidolon beschworen hat. J'chai, das neben seinem Stuhl sitzt, führt die gleiche Bewegung durch (soweit seine Form dies zulässt), ohne dabei auch nur in Erlis' Richtung zu gucken.

"Und du kannst Ameiko gerne fragen. Vielleicht wird sie dir ja sogar eine Antwort geben. Aber wenn es gegen die Goblins geht, dann..."

Eine kleine Stimme in seinem Kopf - sie erinnert ihn an die von J'chai - weist daraufhin, dass es sehr heldenhaft wäre, etwas gegen die Goblinplage zu unternehmen. Das würde den Frauen imponieren. Und er hätte ein gutes Gesprächsthema, wenn er Shalelu das nächste Mal sehen würde. (Mit ihr kann man einfach wahnsinnig gut reden.)
Natürlich würde er so auch Ameikos Fest retten. Aber sein Name würde auf alle Zeit mit dem diesjährigen Fest verknüpft sein.


... dann bin ich natürlich dabei. Auch aus"
, dramatische Pause,"ganz eigenen Gründen."

Er hofft, dass es angemessen geheimnisvoll geklungen hat.

Skarael

Skaraels Augen verfolgen gebannt, wie Erlis und J'chai synchron ihre Stirn berühren, aber er spricht das Phänomen nicht weiter an. Bestimmt ergibt sich später noch einmal die Gelegenheit, über magische Begleiter und ihre Eigenheiten zu sprechen. Er schaut jedoch Kzirr kurz nach, der ebenfalls gebannt die Bewegungen von J'chai verfolgt hatte und diesen nun mit nickenden Kopfbewegungen zum Spielen aufzufordern versuchte.

Er registriert jedoch sofort, wie Erlis auf ein vertrauliches "Du" übergewechselt war, auch wenn sie sich kaum kannten. Da jedoch viele Halbelfen dafür bekannt waren, als Kinder zweier Welten schnell Kontakt zu Fremden zu schließen, beschließt er, sich darauf einzulassen. Immerhin war er ja selbst kein Kind von Schüchternheit.

"Klar bekomme ich eine Antwort von Ameiko, wir sind immerhin gute Freunde. Nur kann sie manchmal... geheimnisvoll sein." Es ist offensichtlich, dass Skarael sich an dieser Stelle ein 'unnötig' verkneift. "Die Gründe, warum du gegen Goblins gerne dabei bist, mögen deine eigenen bleiben, aber ich behaupte einfach mal in den meisten Fällen geht es doch entweder ums Gold - oder um das schöne Geschlecht." Er zwinkert seinen Sitznachbarn verschwörerisch zu, bevor er wieder einen Blick Richtung Küche wirft um zu sehen, ob Ameiko endlich zurück käme.

Keidan

In diesem Moment betritt auch Keidan den Rostigen Drachen. Beziehungsweise er bemüht sich darum sich und seine Fracht durch die Tür zu manövrieren ohne überall anzuecken. Denn auf seinen Schultern trägt er eine Tragestange von der links und rechts verschnürte Pakete hängen.

Aber letzendlich kann er die Tür doch noch ohne Unfall passieren und hält auf die Küche zu. In diesem Moment kommt auch Anaa aus der Küche und Kaidan spricht sie an:

"Hallo Anaa, Ich hab das bestellte Geschirr dabei. Soll Ich es gleich in die Küche bringen?"

Anaa, überrascht von dem Keidan-förmigen Hindernis das nicht nur plötzlich und unerwartet vor ihr steht sondern sie auch noch anspricht, macht erstmal einen Satz nach hinten, die Augen vor Überraschung weit aufgerissen. Nach einem Moment fängt sie sich jedoch und nickt. Freundlich und hilfsbereit wie sie ist, hält sie Keidan auch noch gleich die Tür auf.

In der Küche herrscht rege Betriebsamkeit; Cassy und Dannov eilen beide hin und her um hier etwas zu rühren und dort etwas zu schütteln, hier eine Prise davon hinzuzugeben, dort eine handvoll hiervon.

"Lem!" ruft Anaa, um die Aufmerksamkeit des Tellerwäschers zu erregen. Der junge Mann blickt auf und schnappt sich anschliessend ein Tuch, um seine aufgeweichten Hände zu trocknen, während er zu Keidan eilt um ihm das Geschirr abzunehmen. "Isst du hier ?" fragt Anaa.

12:05
Den Gerüchen, die aus der Küche wehen, zu Folge, dürfte das Essen so gut wie fertig sein - und in der Tat macht Anaa gerade eine Runde durch den Raum und fragt die verschiedenen Gäste nach ihren Wünschen.
Anscheinend stehen drei Gerichte zur Auswahl: Gedämpfter Fisch, knuspriges Schwein- und Hühnerfleisch in pikanter Sauce sowie scharf-sauerer Gemüsemix, alle serviert mit Reis nach Art des Hauses.

Kaum hat Anaa ihre Runde beendet und ist in der Küche verschwunden taucht sie schon wieder auf - zusammen mit Dannov, beide Tablette tragend, Anaa's voller Schälchen, Dannov's mehrere bauchige Töpfe. Ameiko folgt den beiden und zu dritt beginnen sie, von Tisch zu Tisch zu gehen. Ameiko nimmt jeweils eins der Schälchen und füllt aus einem der Töpfe. Zum Abschluss stellt sie eine entsprechende Anzahl Schälchen mit Reis auf den Tisch, bevor die drei zum nächsten Tisch gehen.

Es dauert nur zwei, drei Minuten, bevor die Besitzerin des Rostigen Drachen mit ihren beiden Helfern den Tisch der jungen Männer erreicht. Als letzten - was, dem Zwinkern, dass die Tian Skarael zukommen lässt, kein Zufall ist.
Auch die Gäste dieses Tisches werden nach gleicher Art mit Essen versorgt, doch anstatt zurück in die Küche zu gehen, bleibt die Tian einen Moment stehen und füllt sich selbst ein Schälchen mit Essen. "Skarael-chan, Harkos-san,..." die Pause zwischen den Namen ist kurz "Erick-Lanliss-san. Ist es gestattet ?" fragt sie, auf einen der freien Stühle blickend.

Keidan

Keidan ist ganz froh seine doch nicht ganz leichte Last los zu sein und überreicht sie Lem mit einer kurzen Verbeugung. Auch die Aussicht auf eine Mahlzeit scheint ihm zu gefallen.

"Essen? Ist es denn schon so spät? Naja dann, wo ich schon mal hier bin. Ich suche mir schnell einen Platz."

Keidan kehrt in den Hauptraum des Rostigen Drachen zurück und schaut sich nach einem freien Sitzplatz um.

Freie Plätze sind vorhanden; wie üblich ist das Mittagsmahl weniger gut besucht als das Abendessen.
Als Keidan seinen Blick durch den Raum schweifen lässt, sieht er ein paar bekannte Gesichter - unter anderem auch jenes des ehemaligen Milizionaer Harkos. Und jenes des Halbelfen Erliss, beides junge Männer, die er durch die gemeinsame Bekanntchaft mit Shalelu kennt.




 

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