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Kapitel 1: Ein Fest mit Hindernissen

 
Skarael

"Aber natürlich, setz dich, Ameiko." Skarael macht eine einladende Handbewegung.
Er lenkt seinen Blick für eine halbe Sekunde auf Erlis und Harkos, um zu sehen ob einer der beiden irgendwie auf die vertrauliche Anrede Ameikos reagiert. "Mein Kompliment an die Küche, es riecht phantastisch. Man sollte meinen, es würden mehr Leute davon angelockt." Skarael lässt seine Zähne blitzen, was er jedoch nicht laut ausspricht ist seine Vermutung, dass etliche Ehefrauen im Ort auf ihre ganz eigene Art dafür sorgen, dass ihre Männer nicht zu oft in den Rostigen Drachen gehen. Er war nicht der einzige, der sich zu Ameiko hingezogen fühlte.

Die Tian setzt sich zu den jungen Männern, ihre Schälchen vor sich.
Sie akzeptiert Skarael's Kompliment mit einem Nicken - doch die Bescheidenheit der Geste wird durch das Zucken ihrer Lippen in ein momentanes Grinsen relativiert.
"Vielleicht. Oder möglicherweise möchten sie sich die Vorfreude auf das Sakura-Hanami nicht dadurch verderben, dass sie sich zu sehr an meine Speisen gewöhnen." Ameiko's Augen glitzern schelmisch für einen Moment. Dann jedoch schwindet die Heiterkeit aus ihrem Blick und sie betrachtet den Inhalt ihres Schälchens für ein paar Augenblicke mit finsterer Miene, bevor sie ihre Esstäbchen vom Tisch hebt und ein Stück Fleisch ergreift.
Ameiko zögert einen Moment "Lasst es euch schmecken." meint sie, bevor sie das Fleischstück gekonnt zum Mund hebt und anschliessend mit offensichtlichem Genuss zu kauen beginnt.

Natürlich muss sie ihn mit seinem vollen Namen anreden. Vermutlich weil sie genau weiß, wie sehr er das hasst. Aber Erliss nickt auf ihre Frage hin trotzdem freundlich.

Über so etwas stehe ich doch drüber.

Die Gelegenheit, sein Schweigen durch Essen zu überspielen nutz er nur zu gerne aus. Auch deshalb, weil er die Speisen im Rostigen Drachen schon immer genossen hat.

Und dieser finstere Blick war sicher nur ein Versuch, uns zum Nachfragen zu bewegen. Auf so etwas gehe ich nicht ein.

Aber er beschliesst, es sich zu merken. Ein guter Trick.

Keidan

Keidan sieht Ameiko mit ein paar anderen Leuten zusammensitzen. Ein paar von denen kennt er sogar. Also fasst er sich ein Herz und geht rüber um Ameiko und die Anderen mit einer höflichen Verbeugung anzusprechen.

"Verzeiht Ameiko, Ich möchte nicht stören. Ich wollte nur sagen, das bestellte Geschirr ist abgeliefert. Würde es Euch sehr stören wenn Ich darum bitte mich zu Euch an den Tisch setzen zu dürfen?"

Die Tian neigt den Kopf. "Habt dank, Keidan-san." meint sie, nachdem sie geschluckt hat. Ameiko zögert einen Moment bevor sie die drei anderen Männer reihum anblickt, eine Augenbraue fragend erhoben.
Sofern keine Einsprüche kommen, deutet sie mit ihren Stäbchen auf den leeren Platz. "Setzt euch, lasst es euch schmecken." sagt sie mit einem Lächeln.

Der jung Mann hat kaum Gelegenheit, sich zu setzten, bevor Anaa aus der Küche kommt, sich kurz umblickt und - Keidan sehend - zielstrebig auf ihn zukommt, ein Schälchen Reis und ein Schälchen mit dem Mahl seiner Wahl in der Hand.

Skarael

Nach Ameikos Eröffnung genießt Skarael ein paar Happen des ausgezeichneten Essens, während er mit betont neutraler, aber freundlicher Miene versucht, die Stimmung der Tian zu sondieren. Der Blick, den sie in ihr Schälchen geworfen hat... mit Sicherheit betrifft es das, was den Sheriff so hat ausfallend werden lassen. Normalerweise hat sie sich ja echt im Griff, ja beinahe eine Maske auf, aber sie scheint sich hier bei uns am Tisch wohl sicher genug zu fühlen um das zu zeigen.

Skarael will gerade anheben, etwas zu sagen, als Keidan an den Tisch kommt. Er schließt seinen Mund in der Hoffnung, nicht allzu komisch ausgesehen zu haben, und nickt dem Mann freundlich zu, als Ameiko ihm einen freien Platz anbietet. Keidan war ihm nur grob bekannt, aber Skarael schätzte ihn als jemanden ein, der mit beiden Beinen fest am Boden steht.

Als Anaa dann mit dem Essen aus der Küche kommt, nutzt er die Gelegenheit für ein Lob. "Schmeckt phantastisch, Anaa," sagt er, und deutet mit einem Stäbchen in seine Essschale. "Meine Komplimente. Wenn ich jedoch fragen darf, habt ihr noch gelben Pfeffer?"

Während er das sagt, macht sich Kzirr bemerkbar, der schon vorher versucht hatte, Anaa mit Herumstreichen um die Beine einen Happen zu entlocken. Skarael pickt ein Klümpchen Reis mit seinen Stäbchen auf und lässt es nebenbei über dem Kopf des kleinen Dinosauriers fallen. Dieser pickt die Beute geschickt mit einer schnellenden Kopfbewegung aus der Luft und gurrt zufrieden.

Keidan

Keidan quittiert die Einladung mit dankbarem Lächeln und einer kurzen Verbeugung bevor er sich auf einen freien Stuhl setzt um seine Portion gedämpften Fisch zu genießen. Wie nicht anders zu erwarten ist das Essen hervorragend. Ameikos Leute sind eben sehr gut in dem was sie tun. Eines Tages kann er ihnen vielleicht sogar das Wasser reichen mit seiner Töpferei.

Schon komisch, dank seiner Verbundenheit zu den Elementen ist Keidan ja praktisch so etwas ähnlichen wie ein Zauberer, außer dass er die Elemente höflich um Hilfe bittet anstatt ihnen seinen Willen aufzuzwingen. Und das beudeutet er könnte zerbrochenes Geschirr recht einfach wieder heile machen. Aber die Leute wissen das zum Glück garnicht und kaufen einen neuen Teller anstatt ihn zu bitten den alten zu reparieren. Mit Außnahmen wie geliebten Erbstücken vielleicht.

Aber Keidan fragt sich, ob ein zerbrochener, also zerstörter Teller nicht vielleicht quasi 'gestorben' ist, im Gegensatz zu einem beschädigten, also quasi 'verwundeten'. Und ob es dann das Richtige ist diesen Teller mit seiner Magie wieder ganz zu machen, oder ob das nicht doch schon in die Richtung Nekromantie... Immerhin wohnt ja jedem Gegenstand sein eigener Geist inne. Nun ja, vielleicht doch nicht ganz so wie einem lebenden Wesen. Aber das sind Fragen die noch einer Antwort harren.

Für den Augenblick ist er jedenfalls froh gute Arbeit abgeliefert zu haben und seinen Fisch genießen zu können.

Erlis nickt dem Neuankömmling höflich zu. Nicht weil er versucht, mysteriös zu wirken, sondern weil er den Mund voller Essen hat. Der Beschwörer ist die Ruhe selbst.

J'chai streicht derweilen unruhig um den Tisch. Erlis verzichtet darauf, dem Eidolon einen Happen von seinem Essen anzubieten. Bisher hat es das noch nie angenommen, aber er meint bemerkt zu haben, dass J'chais Blick von Mal zu Mal empörter wird.

Anaa lächelt als sie Skarael's Kompliment hört. "Danke; ich werde Eure Worte weiter geben."
Die junge Frau nickt in Antwort auf die Frage nach dem Pfeffer, blickt jedoch erst fragend in die Runde. "Hat sonst noch jemand einen Wunsch ?" fragt sie höflich.
"Tee... die Shey-lang Mischung." meint Ameiko, nickend. Anaa wartet noch einen Augenblick länger, bevor sie in die Küche eilt, um das Gewünschte zu holen.

Die Tian, langsam kauend, mustert die vier jungen Männer am Tisch, von einem zum anderen blickend. Nachdem sie geschluckt hat, schüttelt sie leicht den Kopf und meint, mit schon beinahe theatralisch-übertriebener Enttäuschung "Da sitzt man nun an einem Tisch mit vier jungen Männern - und alles, was diese tun, ist schweigend in ihrem Essen zu stochern... eigentlich erhoffte ich mir ein wenig Unterhaltung - sonst hätte ich auch gleich im Hinterzimmer essen können."
Ein leichter Vorwurf schwingt in Ameiko's Stimme mit, doch ob dieser echt oder eine Übertreibung der Tian ist, können die vier jungen Männer nicht sagen.

Keidan verneint Anaas Frage, er scheint im Moment wunschlos glücklich.

Auf Ameikos leichten Vorwurf kann er nur antworten "Bitte verzeiht, werte Ameiko, aber Ich bin kein Künstler der Euch mit seiner Kunst erfreuen könnte, noch ein Gelehrter der Euch irgendetwas beibringen könnte. Und Ich fürchte, die Geschichte der Entstehung des Geschirrs das Ich Euch brachte würde Euch nur langweilen."

"Allerdings, wenn es Euch beliebt, so könnte Ich Euch von meinem Unterricht in den Kampfkünsten berichten. Dieser beschiedene Diener der Gemeinschaft hat schon einige Fortschritte gemacht auf dem Weg auch ein ehrbarer Verteidiger der Gemeinschaft zu werden."




 

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