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Kapitel 1: Ein Fest mit Hindernissen

 
Skarael

Der Aasimar beobachtet Ameikos Vorstoß mit amüsiertem Schmunzeln, sofern sein voller Mund das zulässt. Ob sie nur von der Szene mit Hemlock ablenken will oder versucht, die Anwesenden tatächlich nur zu unterhalten, konnte er nicht erklären. Aber er bewundert sie dafür.

"Warum nicht?" antwortet er schließlich zu Keidan. "Eine gute Geschichte, vor allem eine die von Kampfkünsten handelt, ist immer ein gern gesehener Zusatz zu einer Mahlzeit. Und," er beugt sich ein Stückchen weiter zu Keidan herüber, "die Mutter meines Jodhkas hätte durchaus ein Wörtchen zu sagen, sollte jemand schlecht über Töpferei reden. Sich die Geister der Erde nutzbar zu machen ist keine Sache die man auf die leichte Schulter nehmen sollte, wie sie immer zu sagen pflegte."

Keidan lächelt as er antwortet "Die Geister der Erde sind, wenn auch nicht unbedingt gutmütig, so doch beharrlich und schwer aus der Ruhe zu bringen. Ist ihr Zorn jedoch erst eimal geweckt, so ist auch umso schwerer ihn wieder zu besänftigen. Daher sind sie das Gegenteil der Luft deren Launen so schnell wechseln wie... naja wie das Wetter eben."

"Jedenfalls sagt Shalelu das in mir das Erd-Element überwiegt, da Ich ja eine besondere Verbindung dazu habe. Also muss Ich mich auf meine Stärken konzentrieren. Ich bin nicht sehr schnell oder beweglich, aber Ich habe Kraft und Ausdauer. Also muss Ich lernen im Kampf meinem Gegner an mir abgleiten zu lassen, wie die Felsen an der Küste die anrollenden Wellen. Natürlich wird auch der stärkste Fels durch die Beharrlichkeit des Wassers irgendwann zermürbt, doch bin Ich ja kein Fels und kann mich wehren. Ich kann einen Stein mit großer Wucht werfen. Treffen ist allerdings etwas was Ich noch üben muss."

"Jedenfalls muss Ich lernen die Absichten meiner Gegner schon zu kennen bevor sie handeln um mich verteidigen zu können. Und daher soll Ich den Kampfstil des Gegners analysieren um sein Element zu erkennen. Aber, das habe Ich noch nicht so richtig verstanden... "

Die Tian rollt leicht mit den Augen ob Keidan's Erwiderung. "Ich erwarte weder mit Spässen unterhalten noch unterrichtet zu werden, Keidan-san, sondern einfach nur ein wenig Plauderei, die sich zur Abwechslung einmal nicht um die Vorbereitung des Sakura-Hanami, die Speisen von Morgen oder Handelsbegünstigungen dreht." Ameiko's Miene hellt sich durch ein leichtes Lächeln auf, das auch die Schärfe ihrer Worte ein wenig abmildert.
"Ein Bericht Eures Trainings wäre daher durchaus in meinem Sinne."

Skarael

"Lasst euch nicht abschrecken, werter Keidan, sie ist eine komplizierte Persönlichkeit," wirft Skarael dreist ein. Er zieht den Mund leicht schief, so dass ein Eckzahn zu sehen ist, und schaut Ameiko direkt an, während er weiter redet.
"Aber bitte, erzählt von eurem Training. Und dem Werfen großer Steine. Vielleicht sollte ich euch einladen mitzukommen, sollte ich meinen Stamm dereinst wieder besuchen. Ihr könntet eine echte Chance beim khar'ut haben."

Er ist sich nahezu sicher, dass all Dinge, die Ameiko aufgezählt hatte, genau die Dinge sind, die Hintergrund der Szene mit Hemlock und Ursache für die angefressene Laune der Tian waren. Sein Blick weicht nicht vom Gesicht Ameikos, und er hofft, dass sie seine Sympathie erkennt.

Keidan scheint die Aufmerksamkeit, die er plötzlich genießt, nicht so recht zu gefallen.

"Nun ja, mein Lehrer meint ja, man solle bei den Grundlagen anfangen. Also zum Beispiel das es ja ganz gut und schön ist mit einer Waffe umgehen zu können, nur wird man nicht immer im Besitz einer solchen sein, wenn man sich verteidigen muss. Also haben wir zunächst einmal die Grundlagen des unbewaffneten Kampfes trainiert."

"Normalerweise würde man einer Klinge oder einer Speerspitze ja lieber ausweichen, doch damit ist nicht viel gewonnen, denn der Gegner kann ja einfach so lange angeifen bis er trifft. Also muss man nahe genug herankommen um seine Fäuste oder Füße einsetzen zu können. Dann allerdings kann man einen Schwerthieb sehr wohl mit dem Arm abblocken. Der Trick besteht dann darin, nicht die Klinge, sondern den Arm der sie führt anzugehen."

Keidan seufzt und genehmigt sich erst einmal einen weiteren Bissen Fisch bevor er fortfährt.
"Letztendlich hat sich mein Lehrmeister aber dann doch entschlossen mir lieber erst einmal beizubringen wie man eine Rüstung richtig anlegt. Er meint, das würde mir wenigstens etwas Schutz bieten..."

"Aber genug von mir," versucht Keidan das Thema zu wechseln, "erzählt doch mal was es mit diesem 'khar-ut' auf sich hat Skarael?"

Skarael

"Oh, das khar'ut," Skarael betont den Kehlkopfverschlusslaut besonders, "ist ein sportlicher Wettkampf, der meistens zur Feier bei Beendigung eines Initiationsritus veranstaltet wird. Die Krieger des Stammes messen sich in verschiedenen Disziplinen, von Waffenkampf über Ringen bis hin zu Geländespielen. Dem Sieger winkt die Ehre eines besonderen Tattoos."

Er zieht seinen linken Ärmel ein Stück höher und deutet auf eine zierliche Linie mit mehreren Verästelungen und angehängten Runen, die sich zwischen anderen Tattoos auf seiner Haut langschlängelt. Das Tattoo scheint Teil einer komplexen Abbildung zu sein, die sich in Richtung Hals und Rücken fortsetzt.
"Auch mir wurde einst die Ehre zuteil, Sieger eines Wettkampfes zu sein, allerdings nicht bei einer sportlichen Disziplin, sondern in der schamanischen Kunst. Meine Verbindung zu ruách awua, dem Atem der Natur, ist sehr stark." Als wenn es ihm plötzlich unangenehm wäre, zieht Skarael den Ärmel abrupt wieder nach unten und lehnt sich zurück.

"Wie auch immer, eine Disziplin des khar'ut, die bei den Shundar-Quah sehr beliebt ist, ist das Werfen von Steinen auf Ziele. So wie ihr gebaut seid," er wirft Keindas Oberarmen einen kurzen Blick zu, "glaube ich euch unbesehen dass ihr große Steine werfen könnt. Treffen gehört allerdings zum Wettkampf auch dazu." Er zwinkert der Tischrunde zu.

Skarael's Dreistigkeit provoziert eine Reaktion der Tian: Eine hochgezogene Augenbraue und ein langer Blick, gefolgt von einem angedeuteten Kopfschütteln.
Ameiko's Lippen spannen sich leicht - ob der Unterdrückung eines Lächelns oder eines Ausdrucks der Verärgerung ist unmöglch zu sagen; die Tian hat ihre Züge zu schnell wieder unter Kontrolle.
Auch die betonte Art, in welcher sie ihre Aufmerksamkeit auf Keidan richtet, ist alles andere als eindeutig.
Offensichtlich ist jedoch, dass sie Keidan's Ausführungen mit Interesse verfolgt - und auch die Skarael's. Zumindest zu Beginn, denn als jener vom Steine-Werfen spricht, schweift Ameiko's Blick ab und sie scheint in Gedanken zu sein.

"Na ja, manchmal kann man auch vollkommen am Ziel vorbeischießen und trotzdem genau ins Schwarze treffen." bringt sich Erlis in das Gespräch ein.

"Wie zum Beispiel vor drei Monaten, als J'chai gerade mit mir beleidigt war und ich auf dem Weg nach Sandpoint plötzlich einem Goblin gegenüberstand. Er sah angriffslustig aus, also beschloss ich, einen furchteinflössenden Hund zu beschwören, um ihn zu verjagen. Aber..."

Er nimmt ein bisschen von dem Gemüse, bevor er weiterspricht.

"... aber statt einem Hund tauchte plötzlich ein Delphin auf - gut drei Kilometer von der Küste entfernt - und landet direkt auf dem Kopf des Goblins. Der kreischt, kriecht unter dem Dinge hervor und verkrümmelt sich. Ich gucke erstaunt. Und der Delphin schlägt vorwurfsvoll mit der Schwanzflosse auf den Waldboden. Nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber erstaunlich effektiv. Natürlich musste ich dann das Problem mit dem Delphin lösen - aber das ist eine andere Geschichte."

Er blickt Ameiko erwartungsvoll an.

Skarael

Skarael blickt Ameiko für einen Moment an und senkt dann seinen Blick wie auch seinen Kopf leicht.

Er lauscht Erlis' Schilderung fasziniert und schaut dabei abwechselnd ihn und J'chai an, um zu sehen ob der Begleiter, den er aufgrund des vorangegangenen Wortwechsels für ziemlich intelligent hält, irgendwie auf die Erzählung des Halbelfen reagiert.

J'chai scheint mit der Passage "als J'chai gerade mit mir beleidigt war" nicht ganz einverstanden zu sein und gibt ein kurzes Schnauben von sich, das irgendwie verärgert (und auch ein bisschen beleidigt) klingt.

Am Ende der Geschichte muß es jedoch ein bisschen lachen - diesen Eindruck vermitteln zumindest die Grunzer, die J'chai schon kurz vor der Pointe von sich gibt.





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